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Wie mir Meditation hilft mit Stress umzugehen

Das erwartet dich in diesem Artikel

Heute beschreibe ich dir meinen Weg zur geführten Meditation und erläutere dir, wie sie mir hilft mit Stress umzugehen. Mein Weg begann mit einer Reihe von Vorurteilen, ging über in Ausprobieren, weil alles andere nicht geholfen hat, und endete in Überzeugung. Aus diesem Grund ist auch dieser Artikel entstanden. Ich möchte dir meine Geschichte dazu erzählen und dich vielleicht auch zum Ausprobieren oder wieder Anfangen bewegen.


Ich und Meditation? Niemals!

Überblick meiner Meditationszeit in dieser Woche

Es ist Montagmorgen, etwa halb acht, und ich sitze im Schneidersitz mitten in meinem Wohnzimmer. Die Zähne sind geputzt, geduscht habe ich noch nicht, und zwischen mir und dem Boden liegt nur die flache Teppich. Draußen ist es noch recht dunkel und ruhig, meine Frau schläft noch und ich öffne auf meinem Handy meine Meditationsapp. Seit ich aufgewacht bin, fühle ich den Druck auf meiner Brust und meine Gedanken kreisen um die Aufgaben des Tages im Job. So geht das seit etlichen Monaten mit geringen Entspannungsphasen an manchen Wochenenden oder wenn ich ein paar Tage frei habe.

 

"Ich und Meditation? Niemals!"

 

Grundsätzlich bin ich ein Typ, der von allem, was er eher in der esoterischen Ecke vermutet, erst einmal wenig hält. Das war bei Yoga auch so, bis ich meinen Bandscheibenvorfall hatte und es zur Schmerzlinderung im Rücken und den Beinen ausprobiert habe. Yoga tauchte zwar erst ziemlich weit am Ende der langen Liste von Dingen auf, die ich ausprobiert habe, aber es hat geholfen, ich bin nun davon überzeugt und ich mache es bis heute regelmäßig. Und das beschreibt ganz gut, wie ich mich an neue Dinge herantaste: Zunächst eine vorurteilsbeladene Ablehnung - "Das kommt gar nicht in Frage. Ich und Meditation? Niemals!". Ich erwische mich immer wieder dabei Dinge zu bewerten und in eine Schublade zu stecken, die ich nie ausprobiert habe. Aber wenn nichts anderes hilft ein Problem zu lösen, probiere ich es doch irgendwann einmal aus. Wenn es dann hilft, überwinde ich meine Vorurteile. Und siehe da, es hilft. Also behalte ich es bei. Meist werde ich sogar ein Fan davon und versuche es anderen, die vielleicht genau den gleichen vorurteilsbeladenen Blick darauf haben, näherzubringen. Daher entsteht auch dieser Artikel, weil Meditation vielleicht auch etwas für dich ist.

Warum habe ich mit Meditation angefangen?

Jahresüberblick meiner monatlichen Meditationszeit

Ich habe nach einem ganz kurzen Versuch für eine Woche vor zwei Jahren erstmals konsequent im Sommer letzten Jahres meditiert. Damals noch nicht als Reaktion auf externen Stress, sondern aus Neugierde und Spaß am lebenslangen Lernen. Meditation stand auf meiner Liste von Dingen, die ich immer einmal ausprobieren wollte. Zwischen Juni und Juli habe ich fast jeden einzelnen Tag meditiert. Immer morgens bevor der Tag losgeht, und immer etwa zehn Minuten lang. Richtung Herbst wurde es dann etwas unregelmäßiger. Ich bin aber dabei geblieben und seit dem Jahreswechsel versuche ich jeden Werktag zu meditieren.

 

Im Oktober letzten Jahres hatte eine sehr stressige Phase im Job begonnen. Vielleicht nur soviel: Es war die mit Abstand stressigste Phase meiner bisherigen Berufslaufbahn. Neben positivem Stress, mit dem ich sehr gut klar komme, gab es auch viel negativen Stress, der für mich viel schwerer auszugleichen war. Als Ausgleich habe ich mich weiterhin gesund ernährt und ordentlich Sport gemacht. Aber das reichte nicht, um runterzukommen und den Stress abzubauen. Daher habe ich vor allem nach dem Jahreswechsel wieder regelmäßig jeden Werktag meditiert. Warum: Weil ich zumindest mit etwas Gelassenheit in den Tag starten wollte.

Was ist Meditation für mich?

Während ich im Schneidersitz auf dem Teppich meines Wohnzimmers sitze, stelle ich meine App an und meditiere für etwa zehn Minuten. Draußen ist es noch verhältnismäßig ruhig, das Telefon klingelt noch nicht und der Tag hat gerade erst begonnen. Für mich funktioniert der Morgen gut, weil ich da relativ sicher bin, dass ich wenig externe Störungen habe. Alternativ kannst du auch an jedem anderen Zeitpunkt des Tages meditieren. Es hilft aber, wenn in dieser kurzen Zeit wenig Ablenkung herrscht. Abends wäre eine gute Alternative, wenn es ruhig ist und du es zu einem immer gleichen Zeitpunkt hinbekommst. Es sollte zur täglichen Routine werden. Gerade für Einsteiger wie mich ist es hilfreich einen festen Zeitpunkt für die Meditation zu haben.

 

"Meditation ist für mich geführtes Atmen."

 

Meditation ist für mich, wenn ich es auf eine Sache herausbrechen müsste, geführtes Atmen. Genauer, Bauchatmung. Meine Meditationsapp hat sowohl Programme als Themenreihen wie zur Achtsamkeit, Dankbarkeit, Ernährung oder gesundem Schlaf, aber auch ein Tagesprogramm, das immer wechselt. Ich nutze meist die tagesaktuelle Lektion. Sie dreht sich um Themen wie Unruhe, Widerstände, Stille oder Klarheit. Du drückst auf Play und los geht's. Die immer gleiche Sprecherin führt dich durch diese zehn Minuten: Hinsetzen im Schneidersitz, Augen schließen und ruhig durch den Bauch atmen - ankommen. Nach einem geführten Auftakt folgen mehrere Minuten, in denen du lediglich das Zwitschern von Vögeln oder das rauschen eines Bachs hörst. In dieser Phase solltest du versuchen dich wirklich nur auf dein Ein- und Ausatmen zu konzentrieren. Ab und zu holt dich die Stimme wieder ab, fragt ob du dich von deinen Gedanken hast ablenken lassen und führt dich wieder zur Bauchatmung. Es wird nicht bewertet, ob man seinen Gedanken gefolgt ist. Es wird lediglich wahrgenommen, wenn es so ist, es wird akzeptiert und man kehrt wieder zurück zur Atmung. Dieser Prozess wiederholt sich immer wieder. Entweder, weil die Stimme dich aus deiner Gedankenwelt zurückholt oder weil du - mit der Zeit und Übung - dich selbst dabei erwischst und wieder auf deine Atmung fokussierst. Am Ende einer jeden Folge wird für einige Minuten das Thema des Tages reflektiert. Die zehn Minuten sind also eine Kombination aus geführter ruhiger Bauchatmung und einem thematischen Impuls, den du in den Tag mitnehmen kannst. Der Aufwand und die Zeit, die für eine tägliche Meditation nötig sind, sind so gering, dass jede Ausrede zwecklos ist. Du musst nirgendwo hinfahren, du musst nichts aufbauen und zehn Minuten hat jeder an jedem Tag zur Verfügung, wenn man es denn wirklich will.

Was bringt mir die Meditation?

Überblick über meine Meditationstage der letzten vier Wochen

Die werktägliche Meditation hat mir geholfen mit dem externen und negativen Stress etwas besser umzugehen. Ich bin weit entfernt davon, große Fortschritte zu machen und wirklich abschalten und nur atmen zu können. Jeden Tag in jeder Meditation kommen zahlreiche Gedanken dazwischen, die mich ablenken. Was ich aber gelernt habe ist, dass ich nicht bewerte, dass immer wieder neue Gedanken kommen. Ich habe gelernt diese Ablenkung wahrzunehmen, sie zu akzeptieren und wieder auf die bewusste Bauchatmung zu fokussieren. Nicht mehr, aber auch nicht weniger. Ich habe gar nicht vor für 30 Minuten zu meditieren oder, um meinem früheren Klischee über Meditation zu folgen, in irgendeine andere Sphäre abzudriften. Ich nutze es, weil es mir die Situation etwas erträglicher macht. Und da ich mich mittlerweile auch nicht mehr disziplinieren muss es morgens zu machen, scheint es ritualisiert worden zu sein. Es gehört zum Start in meinen Tag dazu.

Welche Meditationsanbieter gibt es?

Überblick über Meditationsapps

Ich bin ein Freund von geführter Sprachmeditation. Ich habe zwar noch nie ausprobiert ohne ein Program zu meditieren, aber ich habe derzeit auch kein Verlangen danach. Mir gibt das Programm eine Struktur, Dauer und die Stimme holt mich immer wieder aus den Gedanken zurück, die mich jedes Mal ablenken. Ich nutze die App Calm und habe letzten Sommer gleich ein Jahresabo abgeschlossen. Vor zwei Jahren habe ich mal für eine Woche Headspace ausprobiert, aber nach der kostenfreien Testwoche gleich wieder aufgegeben. Es gibt zahlreiche Anbieter von geführter Meditation, vielleicht findest du deinen aus dieser Liste:

Quellen

Neben meiner praktischen Erfahrung mit Meditation habe ich einige Artikel zum Thema gelesen, die ich dir hier verlinke. Vielleicht ist auch etwas für dich dabei:

Fazit


Mein Fazit von fast einem Jahr Meditation ist, dass ich regelmäßig neue Dinge ausprobieren möchte und mir erst danach ein Urteil dazu bilden sollte. Meditation war für mich in einer sehr stressigen Phase ein Anker, der mir geholfen hat wenigstens einmal am Tag zur Ruhe zu kommen bzw. den Tag etwas ruhiger zu starten. Ich werde sie beibehalten, weil sie in dieser Form so einfach in meinen Tag zu integrieren ist. Sie dauert nur zehn Minuten, es sind weder Vorbereitung noch Gegenstände außer meinem Handy nötig.

 

Hast du schon einmal meditiert? Kannst du dir vorstellen, dass die Meditation in deinem Alltag helfen würde? Was hält dich davon ab es auszuprobieren? Schreib' mir gern deine Herangehensweise in die Kommentare oder per Email. Du kannst mir auch gern über Twitter und Instagram kommentieren und schreiben. Wenn du keinen Artikel mehr verpassen willst, abonnier' gern meinen Newsletter.